Von Varenna nach Esino Lario führen 6,5 km historische gepflasterte Maultierpfade (Mulattiere), die auf 550 Höhenmetern durch Kastanienwälder, schattige Täler und Kalksteinformationen aufsteigen. Es sind dieselben Wege, auf denen die Bauern von Esino seit Jahrhunderten mit ihren Maultieren zum Markt in Varenna hinabstiegen — heute sind sie eine der schönsten und am wenigsten überlaufenen Wanderungen am gesamten Comer See.
Die Route beginnt im Zentrum von Varenna Perledo (220 m ü.M.) und steigt bis zum Dorf Esino Lario (914 m ü.M.) auf, dem Tor zum Naturpark Grigna Settentrionale. Anders als die bekannteren Wanderwege am Comer See ist dieser selten überfüllt — besonders unter der Woche und im Frühling/Herbst.
Interaktive Karte der Strecke Varenna–Esino Lario.
GPX-Track auf Leaflet/OpenStreetMap wird ergänzt, sobald verfügbar.
Die Strecke Punkt für Punkt
Die vollständige Streckenbeschreibung
Das historische Maultierpfad-Itinerar zwischen Varenna und Esino Lario führt durch die Wälder der Lecco-Gemeinden Varenna, Perledo und Esino Lario. Es ist die traditionelle Fußwegverbindung zwischen den beiden Ortschaften. Der Aufstieg nach Esino Lario ist etwa 6,5 km lang.
Wo beginnen
Ab Bahnhof Varenna-Esino-Perledo südwärts gehen und die Straße nach Esino nehmen, die dem Bach folgt. Am Straßenende links in die Via Giovanni Polvani, nach 50 m links in die Via per Vezio, dann nochmals links in den Wald.
Die Strecke — von Vezio zum Gesuolo delle Pianche
Dem Pfad bis zum Weiler Vezio folgen. Von hier lässt sich links eine kurze Abstecher zur Burg Vezio einlegen. Wer weiter nach Esino Lario möchte, folgt der Straße bis zum Parkplatz. Kurz davor beginnt rechts die Hochwegvariante des Sentiero del Viandante nach Lecco. Diesen nehmen und dem Pfad bis zur ersten Gabelung folgen, rechts bleiben. An der nächsten Kreuzung links bleiben und dem Hangweg folgen bis zum Gesuolo delle Pianche, der Grenze zwischen Perledo und Esino Lario.
Der historische Maultierpfad — Ruinen und Mühlen
Weiter entlang des alten Maultierpfads bis zur Talsohle, wo sich die Ruinen einer Staumauer am Esino-Bach befinden — sie lieferte Ende der 1920er Jahre den ersten Strom ins Dorf. Weiter hinten, nach dem Zusammenfluss der Täler von Vigna und Ontragno, überquert man den Esino-Bach auf der alten Steinbrücke (angeblich aus römischer Zeit), umgeben von den Ruinen mehrerer alter Mühlen.
Ankunft in Esino
Nach einem kurzen, aber steilen Aufstieg erreicht man Esino Inferiore (Psciac), wo der Lavatoio di San Giovanni, ein charakteristischer alter Steintrog, zum Willkommen grüßt. Von hier der Straße bis zum Dorfplatz folgen, wo die Kirche San Giovanni Battista zu bewundern ist. Zum Gemeindehaus die Kirche umrunden und links die Via Dante nehmen bis zur Kreuzung mit der Provinzstraße.
Quelle: Wikivoyage. Fotos von GianClaudio Ferraroli.
Bilder vom Weg
Varianten & Erweiterungen
Der Sentiero del Viandante
Ein wichtiger mittelalterlicher Kommunikationsweg am östlichen Ufer des Comer Sees: Er verlief von Lecco nach Colico und dann die Adda- und Mera-Täler in die Schweiz. Wegen der Steilklippen über dem See zwischen Mandello und Bellano stieg die Straße ab Lierna nach Ortanella (einem Weiler von Esino Lario) auf, bevor sie nach Vezio hinabstieg — wo noch heute die Burg Vezio besucht werden kann.
Die Maultierpfade von Varenna nach Esino folgen einem Teil dieses alten mittelalterlichen Wegs. Jede Kurve, jedes gepflasterte Stück trägt Jahrhunderte von Fußabdrücken: Händler, Soldaten, Pilger und später die Geologen des 19. Jahrhunderts auf dem Weg zu den Grigna-Fossilien.